Die Blutegeltherapie gehört zu den ältesten Heilmethoden in der Medizingeschichte und wird seit etwa 3000 Jahren eingesetzt. Von den 650 existierenden Egelarten eignen sich nur drei Arten für therapeutische Zwecke. Im Normalefall wird der Hirudo medicinalis verwendet. Blutegel gibt es in drei verschiedenen Größen, die je nach Tierart genutzt werden. Ein Egel kann die 6-10-fache Menge seines Gewichtes an Blut aufnehmen, dies entspricht bis zu 50 ml.

Im Speichel befinden sich mehrere Substanzen, die u.a. bluterinnungshemmend, durchblutungsfördernd und entzündungshemmend wirken. Durch die im Speichel enthaltenen Substanzen kommt es zu Nachblutungen, die bis zu 36 Stunden anhalten können. Während der Nachblutung verliert der Patient etwa nochmal so viel Blut wie durch den Saugvorgang des Egels. Dies bewirkt ein ausschwemmen von Schad- und Schlackenstoffen und sorgt für ein Verjüngen des Blutes und kann deshalb auch mit einem kleinen Aderlass verglichen werden.

Der Saugvorgang dauert 15-90 Minuten. Bitte planen Sie deshalb bitte ausreichend Zeit für den Termin ein und stellen Sie bei Behandlungen im Stall oder zuhause eine ruhige Atmosphäre sicher.

Indikationen für eine Behandlung mit Blutegeln sind:

– Abszesse

– Arthrose

– Entzündungen

– Ekzeme (auch Sommerekzem)

– Gelenkgallen, Piephacken, Stollbeulen

– Hufrehe

– Hufrollenentzündung

– Mauke

– Narbenbildung

– Ödeme

– Spat, Schale

– Sehnenentzündungen oder -anrisse

– Wundheilungsstörungen

– etc.